Mein Beitrag

We love Pizza

Dampfpizza





Salu, liebe Luna, Zora und Freunde,

mein bescheidener Beitrag zum Blogevent wäe etwas weniger klassisch. Was so an Vorschlägen zum Event kam, ist unbeschreiblich gut. Leider kann ich mich da nur in eine Ecke stellen und jammern. Trotzdem ist mir eine Variante eingefallen, die der ursprünglishen Pizza in etwa hinkommt: Arme-Leute-Essen. Dies galt in den Siebzigern, als meine Schulkameraden von ihren Italienurlaub erzählten, ich durfte da schweigen, denn ich war NUR bei der Oma in Bayern. Und, so jammerten sie, wir wollten Pizza und der Gastwirt fragte immer, wirklich, wir haben so herrliche Sachen und ihr wollt wirklich nur Pizza? JA. SI.... Meine erste Pizza durfte ich Herbst 1972 genießen, just in der Nähe unserer Freundin Ilse Landfrau an Fuße des Killesberges.

Ganz klar, ich bin in den hinteren Reihen, die Mitmacher sind wirklich gro&artig.

Arme Leut bin ich auch. Ich haase es wenn Lebensmittel weggeworfen werden. So war ich ao frech und frage unseren Automatenbestücker, was er mit den Bröchen vo, Vortag mache, er müße sie wegwerfen. Häh? Ja. Vorschrift,...ich sage dir aber wo... Seitdem sind immer wieder Brötchen vom Vortag auf der Karte. Nur Semmelknödel, Brotsuppe und Brötle mit Ei sind auch irgendwann mal zuviel. Eine neue Idee mußte her. Trochene Bröle sind Arme-Leute-Essen, warum ned au Pizza?

Also gedacht, getan: DAMPFPIZZA

Als Erstes: Die belegten Weckles vom Vortag, diesmal viel, sonst eher weniger oder bestenfalls keine:

weckles


Alle schön auspacken. Die sind belegt mit Salami, Schinken oder Käse, jeweils mit einem Blatt Eissalat und drei - 3 - Scheiben Gurke. Je nachdem, wer der Bestücker war, sind die Gurken auf der Weichseite oder Butterseite. Gurken sind eigentlich Wasser mit Geschmack und evangelisch. Wie jeder auffrechte Komfirmand müßen sie Wasser lassen. Mit anderen Worten, die Teile mit der Gurkenseite sind unbrauchbar und landen im Sommer auf den Kompost, in Winter dienen sie, nach Trocknung, als Brennstoff, ein Kilogramm hat denselben Brennwert wie Kohle oder Pellets. Der Schinken wird in der Microwelle trocken gegart, weil er eben anfälliger ist. Salami und Käse in den Kühlschrank. Das restliche Brot in dünne Scheiben geschnitten und in den Kacelofen zur Trocknung. Im Sommer mit dem Solartrockner. Einwandfreies Paniergut oder Semmelbrösel. Der aufmerksame Leser erkennt sofort die erste Zutat: Semmelbrösel oder Panierschnitzel.

Die Zweite Zutat isr der getrocknete Schinken, Der Einfachheit wegen zusammen mit Metzgerzwiebel, gewürfelt, Lauch, eigener Anbau, geschnitten, Sellerie und gelbe Rüben, geraspelt, mit einige Tropfen Öl in der Microwelle gegart. Gegart heißt, solange gekocht bis die Zwiebeln gerade anfangen nach Zwiebeln zu duften. Dann ist das Gemüse zwar weich doch noch bißfest.

zutatt1

Es geht zur Dritten Zutat

Wie geschrieben, die Salami und der Käse ruhten noch im Kühlschrank. Zeit für deren Gebrauch. In kleinste Würfel schneideen. Champignons raspeln, sehr schnelle Methode, in einer Schüssel zwischenlagern.

zutatt2

Weiter zum Teig

Zutat Eins wird verwendet. Die Brotstückle, Semmelbrösel, wie auch immer die Namen lauten, mit etwas Mehl, ca. 200 Gramm und Trockenhefe, ich hatte die gerade da, ein Päckchen oder 1/2 Frischhefe und Wasser zu einem Matsch mit den Sternengriff kneten. Sternengriff: Finger spreizen, zur Faust ballen und dsas Zeugs durch die Fingerspalten rutschen lassen. Diess ist wichtig so, denn das ist meine Art für Vorteig. Solange ruhen lassen bis sich die ersten sanften Blasen bilden und die Hefe ein fruchtiges Aroma entfalltet. In der Zwischenzeit war ich im Garten und habe Bärlauch und Giersch, auch Soldatenpetersilie geannt geholt und kleinst geschnitten. Jetzt ist der Zeitpunkt weiteres Mehl plus Salz, so um die 10 Gramm, dazu fügen. Die Knettechnik welchselt langsam zur Herhol- und Ausdrücktechnik via Handballen. Fertig ist der Teig, wenn Finger und Schüssel teigfrei bleiben. Öl darf sein, kann auch darauf verzichtet werden. Den fertigen Teig etwas ruhen lassen. Im Bild die halbe Teigmenge, hätte fast vergessen zu Photographieren. Mengenangaben: etwa 1 Volumenteil Semmelbrösel, 1 Volumenteil 405er Mehl, Vollkorn ist bei mir verboten, ist so gesund, daß ich krank werde..

teig

Die Füllung

Wir basteln jetzt die Füllung. Ich habe mich für passierte Tomeaten aus den Tetrapack entschieden. Der Inhalt wird auf sanftestster Flamme geköchelt bis etwa 20 Prozent des Ausgangsvolumen verloren sind. Kurz abkühlen lassen, mit Zutaten eins, Zwiebel-Schinken-Lauch und Zutat Zwei, Champignons, Salami-Käse vermengen. Mit Salz, Pizzakräutern oder was auch immer abschmecken. Zur Feinabstimmung habe ich zusätzlich noch Zwiebelsalz, eine Art Suppenwürze, selbst gebraut. Geht in Richtung Mirculieffekt.

fuellung

Die Hochzeit

Der nächste Schritt ist fast trivial. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Das geht sehr gut. Fast druchsichtig hätte ich erreicht. Empfehlenswert ist eine Stärke von 5 bis 8 mm. Die Füllung in Teigfladenmitte geben

hochzeit

und zu ein Päckchen wickeln, die Enden nach unten schlagen.

wickel

Das Garen:

Das ist relativ einfach. Ein 5 Liter-Siko, das größte Topfgrät bei mir, arme Leut halt. Einen Desserttzeller mit Stellfläche nach unten und dem Siko Dampfeinsatz in den Topf stellen. Mit Wasser bis zum uneren Rand des Einsatzes füllen. Kochstelle volles Rohr oder hier VOLLDAMPF. Ganz pfiffig ist der Deckel. Ein Pfannendeckel bei dem der Griff nach innen ummontiert wurde. Die Wölbung zeigt nach innen und der Deckel liegt sauber und dicht auf dem Rand auf. Wenn das Wasser kocht, den Wickel auf dem Einsatz plazieren. Deckel drauf, evebtuell noch beschweren. Bei mir der Topf mit dem Milchreis. Ein bissle Nachwärme schadet da nie.

kochen

Fertig stellt sich nach etwa 15 bis 20 Minuten ein, Ein Beobachtungskriterium ist schwer so beschreiben, die Farbe ändert sich leicht und das Dampfwasser wird weniger. Je nach Dicke kann es auch länger sein. Was sein, dsi Dampfpizza klebt an Dampfbodeneinsatz wie Zunder. Das muß so sein. Verhindern kann man ein festkleben nur mit einem richtigen Gußeidentopf. Den hatte meine Oma aus Bayern. Womit sich die Sommerferien doch gelohnt haben. Mahlzeiten zubereiten lernt man Besten bei der Oma, nur wußte ich damals, als die Klassenkameraden von Italien schwärmten, ein wichtig sowas sein könnte. Die DAMPFPIZZA ist ausgesprochen gut gelungen, wenn auch die Kruste beim Abheben etwas verletzt wurde. Der Teig mit den Brotkrummen ist sehr mürbe und zergeht fast auf der Zunge. Die Füllung ist genauso wie sie bei Pizza sein muß, herzhaft. Mit den geschhilderten Mengen sind 4 Dampfpizzzen gelungen.

fertig

Natürlich voll uncroovige Präsentation, die anderen können es deutlich besser. Sogar besser Kochen. Smile... Ich denke jedenfals auf so eine profane Köstlichkeit, wie DAMPFPIZZA, ist noch keiner aus dem erlauchtem Kreis gekommen. Ist auch ungewöhnlich, bei Resten umzudenken und als Zutaten zu verwenden. Dein Blogevent hat viel Spaß gemacht, Ich hoffe wir schreiben uns wieder.

Sonnige Grüße

Werner

Blog-Event LXXXVI - We ? Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)

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